In der Krafthand 03/2022 widmet sich ein Artikel dem topaktuellen Thema der Seal-Technologie von Reifen. Im Rahmen eines Artikels wurde unser Experte Dr. Johann Schlögl um eine Interview gebeten. Der vereidigte Sachverstände für das Reifenmechaniker- und Vulkaniseurhandwerk (Spezialgebiet: Begutachtung von Schäden an Luftreifen) äußert dabei, dass er erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Einsatzes der Seal-Technologie bei Reifen hegt. So seien die Reifen mit Seal-Technologie schwerer, der Fahrkomfort sinke bei gleichzeitig steigendem Treibstoffverbrauch
Die Seal-Technologie soll verhindern, dass es beim Eindringen von Schrauben oder Nägeln durch die Lauffläche und den Liner (luftdichte Schicht) zu Luftverlust kommt, damit der Reifen weiterhin genutzt werden kann. Es kommt jedoch vor, dass auch Reifen mit Seal-Technologie Luft verlieren. Kritisch sieht der Experte hier die Instandsetzung von den mit der Seal-Technologie behandelten Reifen. Grund dafür ist, dass sich die Reifeninnenseite aufgrund des klebrigen Dichtmittels nicht mehr aufrauen lässt. Diese Dichtmasse tritt zusätzlich in den Stichkanal ein, wodurch eine Reparatur nicht zu empfehlen ist.
Den gewichtigsten Nachteil sieht er jedoch in der trügerischen Sicherheit, die die Seal-Technologie dem Nutzer vermittelt. Da durch die Seal-Technologie ein Einstich im Reifen sofort durch das klebrige Dichtmittel verschlossen wird, verliert der Reifen im Idealfall keine Luft und das RDKS erkennt keine Beschädigung am Reifen. Der Fahrer erhält keine Rückmeldung über die Beschädigung seines Reifens. Der sich im Reifen befindliche Gegenstand kann jedoch weiter Schäden im Inneren des Reifens verursache und dadurch zu einem plötzlichen Totalausfall führen. Eine unentdeckte Beschädigung an einem sicherheitsrelevanten Bauteil dürfte wohl schwierig den heutigen Anforderungen an die Verfügbarkeit und Sicherheit in modernen Fahrzeugen genügen.
Den kompletten Beitrag können Sie in der am 26. März 2022 erschienen Krafthand 03/2022 lesen oder online abrufen.